Erlebnisbericht - von Rebeca

Wie lange träumte ich schon davon, einmal ganz ungezwungen draußen Rebecca sein zu können. Immer wieder stellten sich mir die gleichen Fragen: Wo, wann, mit wem und vor allem wie? Sicher hatte ich ein paar Teile für mein weibliches Alter Ego, aber so ganz sicher war ich meine Sache nicht. Wie oft hatte ich schon in einer Umkleide gestanden, irgendein Teil in der Hand, das nicht meine eigentliche, normale Mode war. Immer dieser Gedanke: Kann ich das Anziehen? Steht mir das? Was brauche ich dazu? Naja, und schminken gehörte auch nicht gerade zu meinen Spezialitäten. Wie also als Rebecca rausgehen, wenn es einerseits an einer durchdachten Garderobe, vor allem aber an der äußerlichen Erscheinung fehlte. So war ich sehr dankbar, als ich von dem Service erfuhr, den Tascha und Emely anboten, die ich virtuell schon mal gesprochen hatte. Also nahm ich Kontakt zu Tascha auf. Es bot sich an, dass wir uns an einem Freitag trafen, gegen Mittag, damit wir noch genug Zeit hatten, uns auf den späteren Stammtisch in Bremen vorzubereiten.


Ich buchte also im Vorfeld ein Hotel, wo ich mich mit den beiden verabredete. Kurz nachdem ich eingecheckt hatte, signalisierte mir Tascha auf dem Handy, dass sie auch gerade einen Parkplatz ansteuerten. Wir trafen uns unten auf der Straße, und schon hier begegnete mir das Paar mit einer liebenswerten und offenen, keinesfalls aber übertriebenen Herzlichkeit. Voll gepackt mit Taschen und Koffern ging es hoch aufs Zimmer, wo Tascha, derzeit noch in seiner männlichen Alltagsform, und Emely sich meine Habseligkeiten vornahmen. Alles wurde aus dem Koffer geholt, gemustert, sortiert, aufgehangen, erklärt und mit anderen Teilen kombiniert. So entstand für die beiden ein Bild, was ich unbedingt noch an Basics und Kleidungsstücken brauchte. Tascha erklärte mir, dass sie alle unnötigen Einkäufe vermeiden, sondern sich auf das Wesentliche für mich konzentrieren wollte.


Dann ging es endlich los zum Einkaufszentrum Waterfront, die Fahrt nutzen wir um uns kennenzulernen, die Stimmung im Auto war einfach locker. Irgendwie was das aber trotzdem ein bisschen komisch. Da steuerte ich mit zwei wildfremden Menschen schnurstracks einen Laden wie H+M an, um mich dort in der Frauenabteilung umzusehen. Na gut, immerhin war eine waschechte, gutaussehende Frau bei uns zwei Männern, die offensichtlich auch noch richtig Spaß daran hatte, auf Entdeckungsreise nach Kleidungsstücken zu gehen, die mir gefallen würden. Es begann sich alles… ja ganz normal anzufühlen. Es durfte so sein. Und so klapperten wir den ganzen Laden einmal ab, die Arme wurden schwerer, die Stimmung noch lockerer als vorher. Und ganz viele Infos wurden mir mitgegeben. Wie einfach es war ein alltagstaugliches Outfit aus einer Leggins, einem Longshirt und einer Jacke zu zaubern. Als nichts mehr auf die Arme ging, suchten wir die Umkleidekabinen auf, natürlich die für Damen. Wie ich so alleine in der Umkleide stand und das erste Teil anprobierte, dachte ich noch: Kann ich die beiden jetzt um Hilfe fragen, sind die überhaupt in der Nähe? Ja sie waren es und sie halfen mir sofort. Während Tascha alles begutachtete, was ich anzog, sauste Emely schon wieder los, brachte falsche Ware weg und holte neue heran. Auch hier war von Peinlichkeit, von erzwungener Normalität nichts zu spüren. Eigentlich ist ja auch nicht das normalste auf der Welt, dass man als ungeschminkter Mann eine Bluse trägt und das auch noch einem Mann und einer Frau zeigt, aber in diesem Fall schien es doch so zu sein. Und es tat mir gut, dass ich endlich mal das Gefühl hatte, nicht einen riesigen Fehler zu tun sondern das Richtige.


Nachdem sich aus dem riesigen Stapel der Vorauswahl eine Endauswahl herauskristallisiert hatte, konnte ich die ersten Teile kaufen. Dann gingen wir zielgerichtet weiter und suchten das zusammen, was Rebecca (ich) für ihren ersten großen Auftritt brauchte. Emelys Stilbewusstsein und Taschas langjährige Erfahrung sorgten dafür, dass das ganze relativ zügig voranging. Inzwischen fühlte es sich so an, als wären wir drei schon ganz oft zusammen shoppen gewesen. Das Zwerchfell hatte mittlerweile auch ein gutes Lachtraining abbekommen. Als wir schließlich die Einkaufsliste abgearbeitet hatten, nahmen wir noch einen schnellen Imbiss zu uns. Dann ging es zurück zum Hotel. Die Verwandlung sollte beginnen.


Emely nahm sich als erstes meine Finger vor: Feilen, polieren, Nagellack, andere Hand… . Tascha erklärte mir nun Schritt für Schritt die Grundlage des MakeUps, Camouflage, Puder und Grundierung. Und schon hatte mein Gesicht eine Leinwand, auf der Emely weiter malen konnte. Augen, inklusive falscher Wimpern, Lippen und plötzlich stand im Spiegel ein weiblich geschminktes Abbild meiner selbst. Das sollte sich ändern. Nachdem ich auch die Kleidung getauscht hatte und zudem noch lange braune Haare hatte, stand Rebecca vor mir. Um meine lange Mähne zu bändigen, opferte Emely schnell auch ihre Haarnadel. Tascha, nun auch durch und durch weiblich, hatte noch ein ganzes Set Pinsel für mich, mit der die kosmetische Arbeit an mir soeben durchgeführt worden war. Ein paar Minuten später ging in der Lobby unten der Fahrstuhl auf und drei Frauen verließen gut gelaunt das Hotel.


Auf dem Stammtisch bekam ich sozusagen in recht geschützter Atmosphäre die Gelegenheit Kontakte zu knüpfen. In der lockeren Runde war jeder willkommen, das Gesprächspensum groß, die Themen variierten von heiter bis persönlich. Wie im Fluge verging die Zeit und ich genoss jede Minute nun ganz befreit als Rebecca in einer gemütlichen Bar sitzen zu können. Gegen ein Uhr morgens kamen wir im Hotel wieder an. Es war an der Zeit sich wieder „zurück zu verwandeln“. Ich verabschiedete mich von Tascha und Emely, von denen ich in wenigen Stunden eine ganze Menge gelernt hatte. Sie überzeugten sich, dass ich alles wusste, wie ich wieder meinen männlichen Alltagszustand herbeiführen konnte und ließen mich dann alleine, um selbst nach Hause zu fahren. Etwas traurig, aber überwiegend nur glücklich nahm ich fürs erste Abschied von Ihnen und von Rebecca. Ich wusste ja nun, dass ich für Rebecca ein passendes Umfeld gefunden hatte.

Hier könnte Dein Erlebnisberichte stehen - Neugierig geworden?

Trau Dich und nutze einfach das